Eigentlich ist das Seestar S50 vor allem für den Nachthimmel gedacht. Galaxien, Nebel, Sternhaufen, Mond und Sonne sind die typischen Ziele, für die dieses kleine Smart-Teleskop gebaut wurde. Trotzdem wollte ich einmal ausprobieren, was im Scenery Mode möglich ist. Also habe ich das Seestar tagsüber aufgestellt und ein paar entfernte Objekte in der Landschaft fotografiert.

Das Ergebnis war interessanter, als ich vorher gedacht hätte.

Natürlich muss man gleich dazu sagen: Das Seestar S50 ersetzt keine Spiegelreflexkamera oder spiegellose Kamera mit einem guten Teleobjektiv. Eine Kamera mit großem Sensor, schnellem Autofokus und hochwertigem Teleobjektiv ist für Landschaft, Tiere, Flugzeuge oder entfernte Details klar im Vorteil. Das Seestar ist eben ein kleines Teleskop mit eingebauter Kamera, das eigentlich für Astronomie optimiert wurde.

Trotzdem kann man damit im Scenery Mode erstaunlich weit entfernte Objekte sichtbar machen.

Erste Eindrücke vom Scenery Mode

Beim Fotografieren merkt man schnell, dass das Seestar S50 eine ganz andere Arbeitsweise hat als eine normale Kamera. Man richtet nicht einfach frei aus der Hand auf ein Motiv, sondern bewegt das Teleskop über die Steuerung in der App. Das ist für ruhige Motive völlig in Ordnung. Entfernte Gebäude, Bäume, Türme, Windräder oder markante Punkte am Horizont lassen sich damit gut anvisieren.

Besonders spannend fand ich dabei, wie weit entfernte Objekte überhaupt noch erkennbar sind. Je nach Luftunruhe, Dunst, Licht und Entfernung kann das Bild mal recht klar wirken, mal aber auch etwas weich oder flimmernd. Gerade bei größeren Distanzen spielt die Atmosphäre eine große Rolle. Man schaut praktisch durch viele Kilometer Luft, und das sieht man dem Bild dann auch an.

Ich werde zu den Fotos jeweils noch ergänzen, wie weit die Objekte ungefähr von meiner Position entfernt waren. Das macht den Vergleich sehr interessant, weil man dadurch besser einschätzen kann, was das Seestar S50 tagsüber leisten kann.

Blick Richtung Premnitz Industrie Gebiet
Entfernung ca. 14km
Kirchturmspitze Nennhausen
Blick Richtung Nauen, bei Berlin
Entfernung ca. 20km

Nicht wie eine DSLR – aber trotzdem brauchbar

Die Fotos sind teilweise richtig ordentlich geworden. Man darf sie aber nicht mit Bildern vergleichen, die mit einer DSLR oder Systemkamera und einem guten Teleobjektiv aufgenommen wurden. Bei einer richtigen Kamera hat man mehr Kontrolle über Belichtung, Schärfe, Serienbilder und Bildgestaltung. Außerdem ist die Bildqualität bei Tageslicht meist deutlich besser.

Das Seestar punktet dafür an anderer Stelle: Es ist schnell aufgebaut, kompakt und kann sehr stark vergrößern. Für reine Dokumentation, neugierige Tests oder entfernte Landschaftsdetails ist der Scenery Mode durchaus spannend. Es ist eher ein „Was kann ich da hinten eigentlich erkennen?“-Werkzeug als eine klassische Fotokamera.

Der Versuch, ein Flugzeug zu verfolgen

Besonders neugierig war ich auf das Tracking von Flugzeugen. Theoretisch soll das ja möglich sein, und genau das wollte ich ausprobieren. In der Praxis war es aber deutlich schwieriger, als es klingt.

Ein Flugzeug bewegt sich am Himmel sehr schnell, besonders wenn es relativ nah ist oder quer zur eigenen Position fliegt. Mit der Steuerung in der App hinterherzukommen, war extrem schwer. Man muss das Flugzeug erst einmal ins Bild bekommen, dann darf man es nicht verlieren, und gleichzeitig muss man die Bewegung des Teleskops richtig einschätzen.

Bei einem normalen Fotoapparat würde man einfach mitziehen. Beim Seestar steuert man aber ein motorisiertes Teleskop. Das fühlt sich völlig anders an und ist für schnelle Ziele nicht wirklich intuitiv. Sobald das Flugzeug aus dem Bild wandert, ist es schwierig, es wiederzufinden.

Ich würde sagen: Es ist möglich, aber man braucht Geduld, Übung und wahrscheinlich auch etwas Glück. Langsamere oder weiter entfernte Flugzeuge könnten besser funktionieren, weil sie scheinbar nicht so schnell durchs Bild laufen. Ein nahes Flugzeug direkt über einem ist dagegen fast unmöglich sauber zu verfolgen.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde

Beim nächsten Versuch würde ich mir vorher gezielter ein Objekt oder eine Flugroute aussuchen. Für Flugzeuge wäre es wahrscheinlich hilfreich, eine App wie Flightradar zu nutzen, um zu wissen, aus welcher Richtung ein Flugzeug kommt und wie hoch es fliegt. Dann kann man das Seestar schon grob in die richtige Richtung ausrichten.

Auch bei Landschaftsaufnahmen lohnt es sich, die Entfernung vorher zu bestimmen. So kann man später besser vergleichen, welche Motive bei 2 km, 5 km, 10 km oder noch weiter Entfernung noch gut erkennbar sind.

Außerdem ist ruhige Luft wichtig. An warmen Tagen kann die Luft über Feldern, Straßen und Dächern stark flimmern. Das macht entfernte Motive unscharf, auch wenn das Teleskop selbst korrekt fokussiert ist. Früh morgens oder bei kühlerem Wetter könnten die Ergebnisse besser werden.

Mein Fazit

Der Scenery Mode des Seestar S50 ist kein Ersatz für eine Kamera mit Teleobjektiv. Dafür ist das Gerät einfach nicht gebaut. Trotzdem macht es Spaß, damit tagsüber herumzuexperimentieren und weit entfernte Objekte sichtbar zu machen.

Für ruhige Motive funktioniert das erstaunlich gut. Bei Flugzeugen wird es deutlich schwieriger. Das Tracking eines Flugzeugs war in meinem Versuch eher eine Herausforderung als ein entspannter Fotomoment. Trotzdem war es spannend zu sehen, was theoretisch möglich ist.

Ich werde die entstandenen Fotos hier ergänzen und jeweils dazuschreiben, wie weit die Motive ungefähr von meiner Position entfernt waren. Gerade dieser Vergleich macht den Test interessant: Man sieht nicht nur das Bild, sondern bekommt auch ein Gefühl dafür, welche Reichweite das kleine Seestar S50 im Scenery Mode tatsächlich haben kann.