Heute Abend zeigte sich der Mond wieder von einer besonders beeindruckenden Seite. Während meiner Beobachtung am 26. Mai war eines der schönsten Highlights der sogenannte „Goldene Henkel“ zu sehen – ein faszinierendes Lichtphänomen auf der Mondoberfläche.

Original Aufnahme vom Seestar S50
Gleiches Bild aber von KI bearbeitet
Makierung: Goldener Henkel

Der Goldene Henkel entsteht am Rand der Sinus Iridum, der „Regenbogenbucht“. Durch den flachen Sonnenstand auf dem Mond werden die umliegenden Berge zuerst vom Sonnenlicht getroffen, während die Umgebung noch im Schatten liegt. Dadurch wirkt es so, als würde ein leuchtender goldener Bogen oder Henkel über der dunklen Mondlandschaft schweben.

Besonders spannend ist dabei:
Dieses Phänomen ist nur für kurze Zeit sichtbar und kann nicht jede Nacht beobachtet werden. Genau deshalb freuen sich viele Hobby-Astronomen jedes Mal darauf, wenn der Termin wieder passt.

Auf meinen heutigen Aufnahmen waren außerdem zahlreiche Krater und dunkle Mare-Flächen schön zu erkennen. Die feinen Strukturen entlang der Terminatorlinie – also der Grenze zwischen Licht und Schatten – wirken durch das seitliche Sonnenlicht besonders plastisch und detailreich.

Der Mond zeigt immer wieder, dass selbst ohne Deep-Sky-Objekte beeindruckende Beobachtungen möglich sind. Gerade solche besonderen Lichtstimmungen machen jede Mondnacht einzigartig.